Der Subwoofer: Größer, lauter, tiefer
Eine professionelle Beschallungsanlage ohne Tiefenverstärkung (auf neudeutsch: BassBoost) ist heute überhaupt nicht mehr vorstellbar. Kinosäle sind mitunter mit Subwoofern bestückt, deren Größe der eines Kleinwagens gleicht. In Großraumdiskotheken ist der Bass so heftig, dass man seine Kleidung vibrieren spürt, die Luft in der Nase kitzelt oder in extremen Fällen der Herzschlag sich dem Rhythmus der Musik anpasst. Aber auch bei PC-Lautsprechersystemen gehört ein Subwoofer zum “guten Ton”. Es handelt sich meist um 2.1, 5.1 oder 7.1 Systeme, wobei das .1 immer für den Subwoofer steht. Auch in Texten einschlägiger Musik (“Wir wollen feiern, wir wollen Party, wir wollen Bässe im Ohr”) zeigt sich der hohe Stellenwert der tiefen Töne. Woher aber die Begeisterung beim Menschen für diesen speziellen Frequenzbereich?
Faszination Bass
Das Anheben der unteren Frequenzbereiche ist notwendig, da das menschliche Gehör im Bereich von 1000-2000 Hz am empfindlichsten ist, was evolutionstechnisch logisch ist, denn in diesem Bereich liegt die menschliche Stimme. Demzufolge sind für uns tiefere Töne des gleichen Pegels leiser wahrnehmbar als höhere Töne. Das besondere “Feeling”, was die meisten Discogänger und Soundfetischisten verspüren, wenn sie den Bass am ganzen Körper verspüren, lässt sich auch durch einen einfachen biomechanischen Effekt erklären, er wird Resonanz genannt. Die Eigenfrequenz des Körpers, also der Frequenzbereich, bei dem der Körper am leichtesten “mitschwingt”, liegt etwa bei 20 Hz. Durch das Schwingen des Gewebes lockern sich z.B. die Muskeln, sodass man eine innere Entspannung fühlt.
Die Technik
Warum ein Subwoofer im Volumen immer vergleichsweise groß ausfällt, kann man auch mit den Eigenschaften von mechanischen Wellen erklären: Um tiefe Frequenzen, also längere Wellenlängen entsprechend laut zu übertragen, braucht man wesentlich mehr Energie, sprich: Man muss mehr Luft in Bewegung bringen, also braucht man größere Lausprechermembranen und entsprechend viel elektrische Leistung, um diese zum Schwingen zu bringen.
Subwoofer der etwas höheren Preisklasse sind meistens mit Holz verkleidet, da dieses gute Resonanzeigenschaften hat, also gut mitschwingt. Ein weiteres Detail ist die Isolierung des Subwoofers, das ist wieder im schwingungsmechanischen Sinn gemeint. Gummifüße oder ähnliches sollen verhindern, dass der Subwoofer Schwingungsenergie z.B. an den Boden abgibt, also gedämpft wird.
Schlussendlich gilt noch die Frage “aktiver oder passiver Subwoofer?” zu beantworten. Aktive Subs haben den Vorteil, eine eigene Endstufe zu besitzen, können direkt vom jeweiligen Input (Reveiver, Mischpult, etc.) angesprochen werden und sind separat und inidividuell einstellbar. Passive Subs sind weniger hochwertig, und meistens in preisgünstigen Lautsprechersystemen enthalten.