Feierabendmusiker

Bei vielen Schülern existiert der gleiche Traum: Mit der eigenen Band durchstarten, die Hitparaden stürmen und das ganz große Geld verdienen. Man muss allerdings kein Statistiker sein, um zu erkennen, dass es wohl mehr Schülerbands gegeben hat, die nicht den Sprung geschafft haben, als solche, die heute ihr Einkommen mit der Musik bestreiten können. Oftmals bleiben diese Bands aber über Jahre hinaus zusammen, falls keine Umzüge von Bandmitgliedern dazwischen kommen. Daraus entstehen dann quasi Hobby-Bands oder Feierabendmusiker.

Vielleicht haben Sie auch schon in Ihrem Ort Plakate mit Bandnamen gesehen, die Sie im Leben zuvor noch nicht gehört haben und die in kleinen Clubs oder z. T. sogar in Kneipen spielen. In der Regel kommen hier entweder die oben erwähnten alten Schülerbands zusammen oder es haben sich mehrere Hobbymusiker zusammengeschlossen, die alle geregelten Berufen nachgehen und die Musik als Freizeitausgleich betreiben wollen. Atemberaubende Gagen sind bei solchen Auftritten selten drin und der große Durchbruch kommt damit auch nicht mehr, aber es lässt sich schon mehr als ein Fotoalbum mit Konzertpics füllen, wenn man gute Musik bietet.

Allerdings ist es immer wieder überraschend, dass die meisten dieser Bands ein recht hohes Maß an Professionalität vorweisen, was sicher auch an der heutigen Audiotechnik liegt. Denn mit ein einem niedrigen vierstelligen Betrag lässt sich schon eine Audioausstattung zusammenstellen, welche für Auftritte in kleinen Räumen völlig ausreichend ist. Denn vorhanden ist Technik im Regelfall nicht, so dass die Bands auch darauf angewiesen sind, die eigene Soundausstattung mitzubringen. Und wenn die Band kluge Audiokomponenten kauft, werden diese kleinen Konzerte auch zum Hit. Und vielleicht sitzt ja doch mal ein Plattenproduzent im Publikum.